Ich möchte euch sagen, dass ich wirklich tiefste Trauer mit euch allen, die das selbe Schicksal durchleben, fühle! Doch nun nachdem unserer Familie auch so etwas ähnliches geschehen ist, kann ich wirklich mit ALLEN fühlen die dieses schreckliche Schicksal auch über sich ergehen lassen mussten!

Am 26.11.2006 nach einer wunderschönen natürlichen Geburt kam unser Sohn Junaid Jamal auf diese Welt!
Er war nicht geplant, jedoch fühlte ich von dem ersten Moment in dem mir die Schwangerschaft klar wurde, dass es richtig ist dieses Kind zu bekommen. Der erste Kampf begang nun darin meinen Feund auch davon zu überzeugen, dass es in Ordnung ist auch wenn nicht geplant. Es war eine sehr schwierige Zeit aber nach einer weile wuchsen auch in Ihm die Vatergefühle und blühten förmlich auf .

Nun wurde mir in der 18. SSW von meinem Frauenarzt mitgeteilt, dass der kleine wahrscheinlich einen Herzfehler hat. Die komplette linke Seite seines Herzens war um einiges kleiner als die rechte. Nun schickte man uns zu spezialisten nach Bonn und in die uniklinik in Aachen. So genau die Ursache war leider nicht festzustellen und uns wurde gesagt, dass es vielleicht an einer verengten Aorta läge, dies wäre auch eine kleiner OP und das kind könne ein normales Leben führen! Viele Untersuchungen und Ultraschallbehandlungen folgten. Also blieb ich dauernd in ärztlicher Beobachtung, doch die leztendliche Diagnose könne einfach erst nach der Geburt des Kindes gemacht werden.

Nun ja, wie oben geschrieben war die Geburt toll. Er ist mein 1. Kind und war auch relativ schnell da, die Fruchtblase ist so gegen 10h abends geplatzt und um 20 vor 4 a.m. war er da. Ich hielt ihn vielleicht 3min. in meinen Armen und kann nicht vergessen wie weich und herrlich er gerochen hat! Mein Prinz….

Dann durfte ich leider erst am nächsten Morgen nach dem Frühstück zu ihm, denn er musste sofort nach der Geburt auf die Kinderintensivstation der uniklinik. Sein Papi war die ganze zeit bei ihm, und kam nur um mich abzuholen!

Da lag der süße dann auch. In seinem bettchen, noch ohne beatmungsgerät und schon unter beruhigungsmedikamenten. Er schlief wie ein Engel. Hat gelächelt und manchmal schwer geatmet. 
Im laufe des Tages, als sich sein Blutkreislauf weiter umstellte, musste er doch beatmet werden, die ärzte sagten es viele im einfach zu schwer, selbst zu atmen.

Am nächsten Tag stand die herzkatether – OP an.
Leider gab es auch keine sehr schönen Neuigkeiten. Nun war man sich sicher was das problem des herzens ist. Es gab 3 Möglichekeiten:
1. man ließe ihn sterben
2. man versucht die möglichkeit die linke herzhälfte auszuschalten und stellt den kreislauf auf die rechte seite um. (dies bedürfte jedoch mehrere Operationen und auch noch bis ins Kindesalter.)
3. oder man versucht alle Fehler der linken Kammern und Klappen und der Aorta einzeln zu beheben.

Nun ja das 1. fiehl natürlich sofort weg!!! Die 2. Möglichkeit jedoch auch, denn leider war auch die Pulmonalklappe (auf der rechten Seite) beschädigt. Also hätte es auch sein können dass der kleine dann mit 3 jahren bei der letzten Umstellung/OP stirbt! Das hätten wir nicht überlebt!!!!

Also wurde Junaid am nächsten Tag um halb 8 abgeholt und war dann für 13 Std. im OP! Die Ärzte hätten nicht gedacht, dass er es überhaupt noch aus diesem Op schafft, erzählte man uns später! Eine Ärztin sagte uns, ihm schoss das Blut nur so aus der Lunge... sie hätte nie gedacht, dass er nun wieder auf der Intensivstation liegen könne.

Er bekam Hirnblutungen, Lungenversagen, Lungenblutungen, Nierenversagen, Blutungen in der Nebenniere und leider hatte er dann auch veränderte Leberwerte.

Er bekam unmengen an Medikamenten gespritzt, die er leider aber nicht verarbeiten und ausstoßen konnte… dann legten sie ihm einen nierenkatether.

Leider brachte dieser aber auch nichts mehr! Am 01.12.2006 rief man uns dann herunter und sagte uns, dass der kleine diese nacht leider nicht überleben würde! Sein Herz war einfach zu schwach….. und sein Blutdruck sank immer weiter ab.  Diesen Gang hinunter auf die Kinderintensivstation werde ich nie vergessen...   

Man bot uns an, allen leuten, die sich noch von ihm verabschieden sollten bescheid zu sagen und das taten wir auch! Alle unsere Verwandten und die engsten Freunde waren da!!!! Es war wundervoll, wenn man das in so einem Augenblick so nennen kann. Es gab uns wirklich eine unmenge an Kraft, dass alle da waren und mit uns weinten! Da brach sogar mein Freund wie ein Baby aus sich heraus!!!

Außerdem waren wir stolz auf unseren Junaid (was übersetzt kleiner Krieger heißt) und wollten, dass ihn jeder sieht und ihm kraft schenkt…

So gegen mitternacht schickten wir alle wieder weg und blieben allein bei dem buddah; so wirkte er auf uns…
Er hatte noch einen offenen Brustkorb von der Herz-OP deshalb wollte ich ihn nicht auf den Arm nehmen. Ich habe auch irgendwie den Abstand gesucht, glaube ich.
Doch mein Freund nahm ihn dann bis zu seinem Tod um 2h. auf seinen Arm…. Und so schlief er dann ein……

 

 

                                                                         

                               

                                                                          Normales Herz                         Hypoplastisches Linksherzsyndrom


Datenschutzerklärung
Kostenlose Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!